Nordstemmen geht in der zweiten Hälfte die Puste aus

1. Bundesliga Luftgewehr: Die KKS unterliegt St. Hubertus Elsen, bleibt aber auf Rang sieben

Die gut dreistündige Fahrt ins nördliche Rheinland-Pfalz hat sich für die Erstligisten der KKS Nordstemmen nicht wirklich gelohnt. Zwar konnten sie durch die Niederlage des TuS Hilgert gegen die SG Mengshausen ihren siebten Tabellenplatz behalten, doch tröstete das nur wenig, weil sie selber vom Deutschen Meister St. Hubertus Elsen eine 0:5-Packung verpasst bekamen. Das konnte bis zur Hälfte des 40-Schuss-Programms noch niemand ahnen, denn den Niedersachsen war es tatsächlich gelungen, den Deutschen Meister richtig unter Druck zu setzen.

Die KKS Nordstemmen zeigte, was sie drauf hat. Die zwanzigjährige Nadine Gudert auf Position eins eröffnete ihren Wettkampf mit zwei 99er-Serien. Die Nummer eins von Elsen, der Niederländer Peter Hellenbrand, war mit 97 Ringen recht holprig gestartet, konnte dann mit einer 100er-Serie zwar Boden gutmachen, lag aber immer noch einen Zähler hinter Gudert zurück. Auf Startplatz zwei standen Stine Andersen und Denise Palberg vor den Scheiben. Beide Schützinnen schenkten sich nichts und hatten mit jeweils 98/99 noch keinen Fußbreit Boden preisgegeben. Erfolgreicher lief es auf Rang drei, wo Henrik Borchers sich mit 99/98 zwei Zähler Vorsprung gegen Nadine Schüller (96/99) erarbeiten konnte. Gleichstand nach den beiden ersten Zehnerserien gab es auch bei Bianca Glinke (99/98) und Elsens Olympioniken Julian Justus (98/99). Ebenso war noch nichts entschieden auf Position fünf, wo Nordstemmens Andrea Heitmann und der Elsener Dirk Steinicke die Klingen kreuzten. Beiden wurden nach den ersten beiden Zehnerserien 97 und 98 Zähler angeschrieben. So gingen die Schützinnen und Schützen der KKS Nordstemmen und des St. Hubertus Elsen in die zweite Hälfte des Matches. Mit leichtem Vorteil für die KKS Nordstemmen, darf man hier betonen.

Aber dann drehten die Westfalen den Spieß um, während den Niedersachsen peu à peu die Luft ausging. Nadine Gudert legte 95/97 nach und verlor damit gegen Peter Hellenbrand, der mit zweimal 99 das Match beendete und mit 395:390 doch noch recht klar gewinnen konnte. Stine Andersen hatte sich auch nach der dritten Zehnerserie (99) gegen Denise Palberg (99) noch nicht das Wasser abgraben lassen. Die Entscheidung fiel erst mit den letzten Schüssen der Dänin (96). Denise Palberg war mit 98 Zählern an ihr vorbeigezogen und punktete mit 394: 392 für das Elsener Team. Eine gnadenlose Aufholjagd hatte zwischenzeitlich Henrik Borchers‘ Gegnerin Nadine Schüller gestar- tet. Mit zwei 100er-Serien überrollte sie Nordstemmens Nummer drei (97/98) und gewann das Match mit 395:392. Bianca Glinke saß schon längst auf der Mannschaftsbank und musste nach ihrer 99er- und 98er-Serie von dort aus mit ansehen, wie Julian Justus sie mit 100/99 überholte. Endstand aus Sicht des Elseners: 396:394. Bleibt noch Andrea Heitmann, die sich bis hierhin wacker geschlagen hatte. Doch nun ging nichts mehr, und mit 92/97 kam sie nur noch auf 384 Zähler gesamt. Zu wenig für ihren Gegner Dirk Steinicke, der mit 100/95 abschloss und den fünften Punkt mit 390:384 für das Elsener Team nach Hause brachte. Die besseren Nerven und der längere Atem hatten gesiegt.

Zum nächsten Wettkampf-Wochenende der 1. Bundesliga Luftgewehr muss die KKS Nordstemmen am 3. und 4. Dezember nach Hessen reisen. Gegner sind in der Großsporthalle Niederaula der Wissener SV und der TuS Hilgert. Hier sollte es möglich sein, mal wieder Punkte nach Hause zu holen.

Die letzten Wettkämpfe der Liga Nord werden am 7./8. Januar 2017 in der Nordstemmer Jahn- Sporthalle ausgetragen. Nordstemmen trifft am Samstag um 19 Uhr auf die Osteroder SB Freiheit (derzeit Tabellendritter) und am Sonntag um 13 Uhr auf den zurzeit noch ungeschlagenen BSV Buer- Bülse. Zwei Super-Duelle, die Schießsport-Freunde nicht verpassen sollten.

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Keine Angst vor großen Tieren

KKS Nordstemmens nächster Gegner ist der Deutsche Meister St. Hubertus Elsen

Nach sechs Wettkämpfen mit drei Siegen und drei Niederlagen in der 1. Bundesliga Luftgewehr findet sich die KKS Nordstemmen auf Rang sieben in der Zwölfertabelle wieder. Eine Ausgangsposition zur zweiten Halbzeit, mit der die Niedersachsen nicht wirklich zufrieden sein können, denn die dicken Brocken kommen erst noch.

Los geht das schon am Samstag, 19. November im rheinland-pfälzischen Wissen mit Nordstemmens nächstem Gegner, dem Deutschen Mannschaftsmeister St. Hubertus Elsen. Von diesem Team wurde angenommen, dass es mit einer weißen Weste in die Play-offs durchmarschieren würde. Das hat sich aber zwischenzeitlich erledigt, weil die Paderborner vor zwei Wochen von den Bürgerschützen Buer- Bülse eine 2:3-Niederlage hinnehmen und dazu noch die Tabellenführung abgeben mussten. Der Stachel dürfte tief sitzen. Buer-Bülse ist jetzt der Spitzenreiter und nach sechs Wettkämpfen immer noch ungeschlagen. Darüber brauchen sich die Nordstemmer aber jetzt noch keinen Kopf machen, weil sie die Ehre haben werden, bei ihren Heimwettkämpfen am 7./8. Januar 2017 mit dieser Mannschaft den letzten Wettkampf der Saison zu bestreiten. Es hat also noch ein bisschen Zeit.

Jetzt stehen die Niedersachsen erst einmal mit dem St. Hubertus Elsen vor den Scheiben. Deren Spitzenmann ist der Niederländer Peter Hellenbrand, der als Beruf „Schütze“ angibt und in dem 40- Schuss-Programm der Bundesliga hin und wieder mit 400 Ringen die Feuerlinie verließ. Trotzdem ist er zu schlagen. Gerade bezwang ihn István Péni vom BSV Buer-Bülse mit 399:396. Die Latte liegt also sehr hoch. So ein Husarenstück muss man Nadine Gudert, zurzeit Nordstemmens Nummer eins (Ø 392), noch nicht zutrauen. Wo die Paderborner anzusiedeln sind, mag man daran erkennen, dass hier Deutschlands bester Mann bei Olympia 2016 in London, Julian Justus, auf Rang vier geführt wird.

Auch in der aktuellen Setzliste der KKS Nordstemmen hat sich wieder einiges getan. Stine Andersen (391,83) ist auf Startplatz zwei vorgerückt, Henrik Borchers (391,80) hat sich von fünf auf drei vorgeschoben und dabei Bianca Glinke (391,50) hinter sich gelassen, die sich eventuell mit dem oben erwähnten Julian Justus herumschlagen muss. Auf Position fünf ist David Kroll (391) notiert, gefolgt von Andrea Heitmann (388,25) und Katharina Hottenrott (386).

Ein Spaziergang für die Niedersachsen wird das sicher nicht, ein hochinteressanter Wettkampf aber allemal. Darauf haben sich die Nordstemmer Schützinnen und Schützen bereits eingestellt.

Die weiteren Begegnungen der 1. Bundesliga Nord am Samstag, 19. November 2016: SG Mengshausen – TuS Hilgert; Wissener SV – SSG Kevelaer; BSV Buer-Bülse – SSV Baunatal; SV Gölzau – SB Freiheit; Freischütz Rautheim – SV Wieckenberg.

Text & Foto: Klaus Schaare

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Zwei Niederlagen war eine zu viel

1. Bundesliga der KKS Nordstemmen verlor gegen SV Wieckenberg und SSG Kevelaer

Nichts hätte sich KKS Nordstemmens Vereinschef Wilfred Lampe zu seinem Geburtstag (6. Nov.) wohl mehr gewünscht, als mit zwei Siegen seiner 1. Bundesligaschützen im Gepäck die Heimreise aus dem hessischen Baunatal anzutreten. Na gut, hatte er etwas später seine Hoffnungen relativiert, aber dann wenigstens ein Sieg. Es ist nichts daraus geworden.
Erster Gegner der Nordstemmer war am Samstag, 5. November der SV Wieckenberg aus dem Celler Kreis. Wenn dieses Team auch auf dem vorletzten Tabellenplatz stand, erinnerte man sich aus der zurückliegenden Saison, wie schwer es war, diese Mannschaft zu bezwingen. Deren Spitzenschützin Stine Holtze Nielsen steht wie ein Fels und ließ sich von Bianca Glinkes Schnellfeuer nicht aus der Fassung bringen. Hatte die Nordstemmerin zu Beginn mit 99:98 Zählern noch etwas die Nase vorn, verlief sich das aber schnell im Sande, weil die erfahrene Dänin in der zweiten Zehnerserie mit 100 konterte, dann 99 schoss und anschließend noch einmal 100 nachlegte. Das waren gesamt 397, dem Glinke mit 390 nicht viel entgegenzusetzen vermochte. In diesem Wettkampf gegen Wieckenberg war auch Nordstemmens Dänin Stine Andersen außer Form, die sich mit 389:393 Constanze Rotzsch beugen musste. Hier wäre ein Punkt drin gewesen, ebenso wie bei David Kroll, der mit 390:391 Anne Kowalski unterlag. In Topform hingegen zeigte sich Henrik Borchers, der mit 396 Zählern nur knapp unter seiner Bestmarke blieb und klar Tina Lehrich (389) auf Distanz halten konnte. Auf Startplatz fünf letztendlich kam für Nordstemmen Katharina Hottenrott zum Einsatz, die ständig Claire-Louisa Ruschel hinterher hechelte und nach drei 96er-Serien zwei Ringe hinter der Wieckenbergerin lag. Die hatte ihren Wettkampf mit eher glanzlosen 386 Zählern schon beendet. Um zu punkten musste die Nord-stemmerin jetzt eine 99er-Serie schießen. Das gelang ihr zwar nicht, aber mit 98 erzwang sie zumindest den Ausgleich, dem sich unmittelbar ein Stechschießen (Shoot-off) anschloss. Das ging schnell, Ruschel vergab mit einer Neun, Hottenrott schoss die Zehn und sicherte den Punkt für die KKS Nordstemmen. Das Match allerdings ging mit 2:3 verloren, und der KKS wurden zwei weitere Minuspunkte angeschrieben.
Mit hochgezogenen Augenbrauen hatten sich die Nordstemmer angeschaut, wie die SSG Kevelaer mit alarmierenden Ringzahlen Gastgeber Baunatal eine 5:0-Klatsche verpasste. Kevelaer war Nordstem-mens Gegner am zweiten Wettkampftag. Und somit war jedem klar, was auf die Mannschaft zurollen würde. Der Hinweis, dass die Westfalen drei Tabellenplätze hinter der KKS lägen, klang da schon bei-nahe wie das Pfeifen im dunklen Wald.

Bianca Glinkes Gegner war der ungefähr zwei Köpfe größere Serbe Milenko Sebic. Ein ausgebuffter Profi, der noch zwanzig Schüsse abzugeben hatte, als für die Nordstemmerin bereits 392 Ringe auf den An-zeigetafeln notiert wurden. Zur Halbzeit des 40-Schuss-Programms war noch alles offen (beide 195). Glinke legte in der zweiten Hälfte noch einmal 197 nach. Der lange Serbe wusste also genau, was er zu schießen hatte. Er blieb eiskalt, traf 20mal hinter-einander die Zehn und sicherte mit 395:392 den Punkt für die SSG Kevelaer.

Stine Andersen schoss gegen Jana Erstfeld, die am Vorabend mit 398 Ringen geglänzt hatte. Dieses Top-Ergebnis konnte die Kevelaer-Schützin wiederholen und ließ Andersen um drei Zähler hinter sich (395). Ein Ergebnis, an dem es nichts auszusetzen gibt. Einen schweren Stand hatte auf Startplatz drei David Kroll. Der Thüringer musste mit 390:397 eine Niederlage gegen Katharina Kösters einstecken. Henrik Borchers konnte sein gutes Ergebnis vom Vortag nicht wie-derholen und verlor gegen Alexander Thomas mit 390:395. Kleiner Trost für das Nordstemmer Ur-gestein: Er kann jetzt Startplatz fünf verlassen und auf drei vorrücken. Verheißungsvoll eröffnete mit einer 100er-Serie Andrea Heitmann ihren Wettkampf gegen Josefin Weber, verpatzte aber mit 95 die zweite Serie und musste sich am Ende mit 390:392 geschlagen geben.
Kein Schütze oder Schützin der KKS Nordstemmen hatte in diesem Match unter 390 Ringen geschossen, und trotzdem endete der Wettkampf mit einer 0:5-Niederlage für die Niedersachsen. Die Kevelaer war an diesem Wochenende einfach zu stark.
Nordstemmen liegt jetzt in der Bundesligatabelle auf Rang sieben, und die dicksten Brocken warten noch auf sie. Das sind zurzeit auf den Plätzen eins bis drei der BSV Buer-Bülse, St. Hubertus Elsen und die SB Freiheit aus Osterode. Auf den Plätzen sieben und acht stehen noch der TuS Hilgert und der Wissener SV in der Warteschleife. Sich für die Teilnahme an den Play-offs zu qualifizieren, wird der KKS Nordstemmen noch ein hartes Stück Arbeit abverlangen.

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